Samstag, 3. Februar 2018

Deutschland hat erneut weltgrößten Leistungsbilanz-Überschuss

Die Leistungsbilanz erfasst sowohl Waren- als auch Zahlungsströme. Nach Berechnungen des Ifo-Instituts sei das Plus mit umgerechnet 287 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch ausgefallen wie bei Exportmeister China mit 135 Milliarden Dollar.
Damit liegt Deutschland nach 2016 auch 2017 vor allen anderen Staaten. Auf Platz 2 kam Japan, mit 203 Milliarden Dollar Überschuss vor China.

Die EU-Kommission hält dauerhafte Überschüsse über 6 % des Bruttoinlandsprodukts für stabilitätsgefährdend (ebenso der Währungsfond und D. Trump). Ifo-Berechnungen zufolge lag Deutschlands Überschuss 2017 mit 7,8 % deutlich über dieser Marke (2016: 8,3 %). Wichtigste Ursache: die Nachfrage nach deutschen Waren aus der EU und den USA.

Freitag, 2. Februar 2018

IW-Studie: Viele qualifizierte Fachkräfte aus Asylstaaten

Aus den Asylstaaten Syrien, Somalia, Pakistan, Nigeria, Iran, Irak, Eritrea und Afghanistan sind in Deutschland ca. 140.000 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt, viele arbeiten als qualifizierte Fachkräfte.

Der Studie zufolge arbeiten knapp 60 Prozent der aus den Hauptasylländern stammenden Beschäftigten als Fachkräfte. Gut 43 % füllten Stellen aus, die eine mindestens 2-jährige abgeschlossene Berufsausbildung erforderten.

9,4 % arbeiteten in Positionen, die in der Regel ein Studium mit Diplom-, Master- oder Bachelor-Abschluss voraussetzten (Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft IW).

Der Anteil derjenigen, die Berufe ausübten, die einen Meister-, Techniker- oder Fachhochschulabschluss verlangten, lag nach den IW-Zahlen bei 4,1 % (Basiszahlen des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung IAB vom März 2017). Inzwischen ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten aus den acht Hauptasylherkunftsländern weiter gestiegen.

Ende Quartal 3 waren bereits 195.000 Persinen aus diesen Staaten sozialversicherungspflichtig beschäftigt, etwa 75.000 mehr als im Jahr zuvor. Nicht alle sind Flüchtlinge.

Ende März 2017 sollen fast 20 % der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern unter anderem im  Garten- und Landschaftsbau und "sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen" sowie in Wach- & Sicherheitsdiensten und der Gebäudebetreuung, Arbeit gefunden haben. 17 % waren im Gastgewerbe beschäftigt, 12,4 % im Handel, 11,3 % im Gesundheits- und Sozialwesen, 9 % bei Leiharbeitsfirmmen.

Ende November waren bei der Bundesagentur für Arbeit 420.000 Flüchtlinge als arbeitssuchend registriert. Die meisten absolvieren derzeit Integrations- und Sprachkurse oder werden in Förderkursen der Bundesagentur für Arbeit für den Arbeitsmarkt fit gemacht. "Nur noch" 175.000 davon gelten als arbeitslos.

Mehr Erwerbstätige, weniger Selbstständige

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist 2017 so stark gestiegen wie seit einem Jahrzehnt nicht mehr. Sie stieg um 638.000 (1,5 Prozent) auf 44,3 Millionen (Quelle: Statistisches Bundesamt). Das ist der höchste Wert seit der Wiedervereinigung.

Viele neue sozialversicherungspflichtige Stellen wurden geschaffen, Vor allem im Dienstleistungssektor. Die Zahl der geringfügig Beschäftigten sei gesunken. Die Zahl der Selbstständigen fiel um 26.000 auf 4,3 Millionen.

Die Zuwanderung ausländischer Arbeitskräfte und "eine höhere Erwerbsbeteiligung der inländischen Bevölkerung" häben negative demografische Effekte wie eine insgesamt schrumpfende und alternde Bevölkerung ausgeglichen.

Das Bruttoinlandsprodukt stieg 2017 zum achten Mal in Folge. Grund für die positive Entwicklung ist der anhaltende Wirtschaftsaufschwung, auch bedingt durch die starke Nachfrage der Zuwanderer. Für 2018 rechnet das Ifo-Institut mit einem weiteren Anstieg der Zahl der Erwerbstätigen auf fast 44,8 Millionen, 2019 können etwa 45,2 Millionen hierzulande erwerbstätig sein.

Samstag, 13. Januar 2018

Deutschlands Exportwirtschaft setzt für 2018 auf Rekordumsatz

Die Ausfuhren der deutschen Unternehmen könnten um 5,0 Prozent zulegen und auf 1,34 Billionen Euro steigen. Das schätzt der Branchenverband BGA.

Eine prozentual noch größere Steigerung erwartet der Verband Beim Import: Ein Plus von 7,0 Prozent würde mit dann 1,1 Billionen Euro ebenfalls eine neue Rekordmarke bedeuten.

Die Risikofaktoren lauten: die möglichen Brexit-Folgen, zunehmender Protektionismus (v. a. der Trump-Regierung, die die Welthandelsorganisation WTO schwächt), eine Schwächung internationaler Organisationen, Unruheherde im Nahen Osten, hohes Konfliktpotential mit Nordkorea.

Geldvermögen der Deutschen auf 6,1 Billionen Euro gestiegen

Die Geldvermögen der privaten Haushalte Deutschlands sollen im Jahr 2017 um weitere rund 300 Mrd. Euro gestiegen sein und jetzt bei insgesamt auf 6,1 Billionen Euro liegen. Das Wachstum lag mit 5,2 Prozent über den +4,7 Prozent vom Vorjahr.

Getragen wurde der Vermögenszuwachs erneut vom Sparfleiß der Bürger und von Kursgewinnen an den Aktienmärkten. Wegen der Nullzinspolitik der EZB erreichte die Verzinsung von Einlagen, Rentenpapieren und Versicherungen dagegen einen neuen Tiefpunkt.

Die Sparquote stieg im vierten Jahr in Folge auf voraussichtlich 9,8 Prozent. Bei privaten Haushalten konnten sich die Inhaber von Aktien, Aktien- und Mischfonds sowie Zertifikaten durch Kursgewinne über einen Wertzuwachs von 93 Mrd. Euro freuen.

Die Inflationsrate stieg auf voraussichtlich 1,7 Prozent und damit drehte der amtliche Realzins mit -0,8 Prozent stark ins Minus. Für die privaten Haushalte bedeutete dies Wertverluste ihres Geldvermögens von 38 Mrd. Euro. (Nicht berechnet ist dabei der Wertverlust des Bargelds.)

Kräftigster Anstieg der Produktion seit 8 Jahren

Das Bundeswirtschaftsministerium teilte mit, Unternehmen stellten im November 3,4 Prozent mehr her als im Oktober. Hersteller von Investitionsgütern (Maschinen, Anlagen, Fahrzeuge...) erhöhten ihre Produktion überdurchschnittlich kräftig. Laut Ministerium deuten die gute Entwicklung der Auftragseingänge sowie die optimistischen Geschäftserwartungen für die kommenden Monate auf eine lebhafte Entwicklung der Industriekonjunktur hin.

Deutsche Exportwirtschaft erneut auf Rekord-Kurs

Im Jahr 2016 hatten die deutschen Exportunternehmen den dritten Rekord nacheinander erzielt und 2017 wird wohl der nächste folgen. Denn im November erhöhten sich die Ausfuhren der deutschen Wirtschaft im Vergleich zum Vormonat um 4,1 Prozent. "Der kräftigste Zuwachs seit fast drei Jahren" (Statistisches Bundesamt). Die Steigerung gegenüber November 2016 betrug sogar +8,2 Prozent.
Deutsche Unternehmen verkauften für 116,5 Milliarden Euro Waren ins Ausland.
Die Ausfuhren in die Eurozone legten um 9,1 Prozent zu im Vergleich zum November 2016, in die EU um 8,0 Prozent, in die restliche Welt 8,4 Prozent.

Auch die Importe stiegen im November mit 8,3 Prozent stark auf insgesamt 92,8 Milliarden Euro.
Damit stieg der Außenhandelsbilanz-Überschuss im November auf 23,7 Milliarden Euro (November 2016: 22 Milliarden Euro).
Laut Statistik exportierten deutsche Unternehmen Von Januar bis November Waren im Wert von 1,18 Billionen Euro (Vorjahreszeitraum 1,11 Billionen Euro).